II. Herstellung durch Spalten (Die traditionelle Methode)
Beim Spalten wird das Holz entlang seiner natürlichen Faserrichtung getrennt, was die Fasern nicht durchtrennt und somit die maximale Festigkeit und Langlebigkeit gewährleistet.
Werkzeuge: Traditionell mit Klotzhacke und Schlegel, heute oft maschinell unterstützte Spaltkeile.
Prinzip: Das Spalten erhält die natürliche Faserstruktur, was zu hochwertigeren Radialschnitt-Schindeln führt.
A. Parallele Spaltung (Straightsplit)
Der Stammabschnitt wird radiär (senkrecht zu den Jahrringen) aufgeteilt. Der Spaltkeil wird immer an der gleichen Seite des Rohlings angesetzt.
Ergebnis: Rohlinge mit stehenden Jahresringen (Radialschnitt).
Weiterverarbeitung: Da der Spaltverlauf unregelmäßig ist, muss die Oberfläche mit dem Ziehmesser konisch zugerichtet und mit einer Fase (Spranz) versehen werden.
Produkte: Traditionelle handgespaltene Lärchen-, Fichten- und Eichenschindeln. Die kanadischen "Straightsplit-Shakes" sind grob gespalten und rustikal.
B. Konische Spaltung (Tapersplit)
Verfahren: Der Schindelklotz wird nach jedem Abspalten einer Schindel um 180∘ gedreht.
Ergebnis: Durch diesen Wechsel erhält man ohne weitere Bearbeitung konische (keilförmige) Schindeln.
Produkte: Kanadische "Tapersplit-Shakes" (meist Rot-Zeder oder Western Larch), die sehr strukturiert sind und oft keine zusätzliche Aus putzung erfahren.
Sonderform Resawns ("Indianer-Schindel"): Doppelstark parallel gespaltene Rohlinge, die anschließend diagonal durchgesägt werden. Die sichtbare Vorderseite ist gespalten, die Rückseite gesägt.