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gängige Schindelarten/Schindelgrößen

Schindelkunde: Herstellungstechniken und Qualitätsmerkmale

Die Langlebigkeit und Ästhetik einer Holzschindel wird fundamental durch die Art und Weise bestimmt, wie das Holz zugeschnitten wird – entweder durch Spalten oder Sägen, jeweils im Verhältnis zu den Jahresringen.

I. Die Grundlage: Radialschnitt vs. Tangentialschnitt

Die Wahl der Schnittführung definiert die Position der Jahresringe auf der Schindeloberfläche, was wiederum die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit, Schwindung und Rissbildung bestimmt.

1. Radialschnitt (Stehende Jahresringe – Rifts)

Der Radialschnitt (oder Riftschnitt) erfolgt im rechten Winkel zu den Jahresringen. Die Jahresringe stehen senkrecht auf der Schindeloberfläche.

Qualitätsmerkmal Vorteil

Schwindung Sehr geringe Schwindung in der Breite.

Witterung Höchste Widerstandsfähigkeit gegen Reißen und Verzug (Schüsseln).

Langlebigkeit Beste Witterungsbeständigkeit , besonders bei feinjährigem Wuchs.

Beispiele gespaltene und gesägte Lärchenschindeln, Kanadische Yellow- und Red Cedar (Qualität Nr. 1), Spalt-Shakes.

2. Tangentialschnitt (Liegende Jahresringe – Flader)

Der Tangentialschnitt (oder Fladerschnitt) erfolgt parallel zu den Jahresringen. Die Jahresringe verlaufen auf der Schindeloberfläche fast waagerecht.

Qualitätsmerkmal Nachteil

Bewegung neigen zu Verzug ("Schüsseln") und Rissen durch Quell- und Schwindprozesse. Um dieser Gefahr weitgehend auszuschließen sollte man diese Schindeln nur 3-lagig verlegen.

Beispiele Gesägte Zedernschindeln (Qualität Nr. 2) in Weiß-Zeder / Rot-Zeder, gespaltene Salzburger Lärchen-Schindeln.

Expertenstreitpunkt (Salzburger Art): Obwohl die meisten Fachleute dem Radialschnitt die höchste Wertigkeit einräumen, halten manche im Salzburger Land die liegenden Jahresringe (Spätholz) für vorteilhaft, da sie dort einen guten Schutz gegen Abrieb bieten sollen. Dem wird jedoch die starke Neigung zum Reißen und Schüsseln entgegengestellt.

II. Herstellung durch Spalten (Die traditionelle Methode)

Beim Spalten wird das Holz entlang seiner natürlichen Faserrichtung getrennt, was die Fasern nicht durchtrennt und somit die maximale Festigkeit und Langlebigkeit gewährleistet.

Werkzeuge: Traditionell mit Klotzhacke und Schlegel, heute oft maschinell unterstützte Spaltkeile.

Prinzip: Das Spalten erhält die natürliche Faserstruktur, was zu hochwertigeren Radialschnitt-Schindeln führt.

A. Parallele Spaltung (Straightsplit)

Der Stammabschnitt wird radiär (senkrecht zu den Jahrringen) aufgeteilt. Der Spaltkeil wird immer an der gleichen Seite des Rohlings angesetzt.

Ergebnis: Rohlinge mit stehenden Jahresringen (Radialschnitt).

Weiterverarbeitung: Da der Spaltverlauf unregelmäßig ist, muss die Oberfläche mit dem Ziehmesser konisch zugerichtet und mit einer Fase (Spranz) versehen werden.

Produkte: Traditionelle handgespaltene Lärchen-, Fichten- und Eichenschindeln. Die kanadischen "Straightsplit-Shakes" sind grob gespalten und rustikal.

B. Konische Spaltung (Tapersplit)

Verfahren: Der Schindelklotz wird nach jedem Abspalten einer Schindel um 180∘ gedreht.

Ergebnis: Durch diesen Wechsel erhält man ohne weitere Bearbeitung konische (keilförmige) Schindeln.

Produkte: Kanadische "Tapersplit-Shakes" (meist Rot-Zeder oder Western Larch), die sehr strukturiert sind und oft keine zusätzliche Aus putzung erfahren.

Sonderform Resawns ("Indianer-Schindel"): Doppelstark parallel gespaltene Rohlinge, die anschließend diagonal durchgesägt werden. Die sichtbare Vorderseite ist gespalten, die Rückseite gesägt.

Spaltmethoden

Salzburger Spaltung: Schindeln werden parallel zu den Jahrringen gespalten.

Schwarzwälder Spaltung: Schindeln werden quer zu den Jahrringen gespalten (ergibt seitlich leicht konische Schindeln mit relativ gleichen Schindelbreiten)

Tiroler Spaltung: Schindeln werden quer zu den Jahrringen gespalten (hier entstehen parallel gespaltene Schindeln mit fallenden Breiten) (die heute übliche Spaltung bei den meisten europäisch / kanadischen Schindeln)

Viererspaltung: die Klötze werden immer hälftig gespalten und anschließend seitlich besäumt. (wird verwendet um Rückenschindeln in gleichen Breiten herzustellen)

die nach dem Spalten erzielten Spaltrohlinge werden nun auf dem Schindelbock ("Gemeinderat") konisch ausgeputzt und mit einer Fase versehen.

III. Herstellung durch Sägen (Die moderne Methode)

Sägen ermöglicht eine präzisere und schnellere Fertigung. Dadurch haben diese im Fassadebereich eine ruhige und elegante Ausstrahlung-Gesägte Schindeln sind fast immer konisch geschnitten.

Bei Schindeln, die deckend oder lasierend gestrichen werden sollen ist die gesägte Täferschuppenschindel© mit gehobelter Oberfläche vorteilhaft. Hier sind die Schindeln bei den nötigen Renovationsintervallen leichter zu pflegen und nachbehandelbar.

Gesägte Schindeln bieten eine höhere Staub- und Flugschneedichtigkeit.

Qualitätsklassifizierung Kanadischer Schindeln

Kanadische Schindeln werden mit der Kreissäge geschnitten und sind streng nach dem Anteil des Radialschnitts klassifiziert:

Radialschnitt (Stehende Jahresringe – Die Premium-Klasse)

Schindeln, die durch Radialschnitt oder Spaltung hergestellt werden, werden auch als Rifts bezeichnet. Bei dieser Technik stehen die Jahresringe senkrecht zur Schindeloberfläche.

Vorteile:

  • Maximale Langlebigkeit: Das Holz arbeitet nur seitlich und verziehen sich kaum ("schüsseln")
    die Schindeln sind dadurch besonders witterungsbeständig.
    • Geringe Rissbildung: Die Feuchtigkeit wird gleichmäßig aufgenommen und abgegeben.

Nr. 1 (Blaues Etikett): Fehlerfrei, 100% stehende Jahresringe (Radialschnitt). Höchste Wertigkeit.

Nr. 2 (Rotes Etikett): Enthält liegende und stehende Jahresringe mit Ästen und Fehlern im nicht sichtbaren oberen Teil.

Nr. 3 (schwarzes Etikett): Enthält stehende und liegende Jahresringe. Ab der oberen Hälfte sind Fehler z.Bsp Äste, Astlöcher, etc. erlaubt.

Beispiel eines Blue - Labels

Beispiel eines Red - Labels

Beispiel eines Black - Labels

Die 45°-Fase (Spranz): Die Schrägansetzung an der Schindelfußkante ist essenziell für die Lebensdauer, da sie die Selbstreinigung des Daches durch Regen gewährleistet und das Ansammeln von Schmutz (Nährboden für Pilze und Moose) verhindert. Stumpf gekappte Schindeln sind daher nachteilig für die Haltbarkeit. Dies gilt bei gespaltenen wie bei gesägten Schindeln.

Schindellängen

Für Dacheindeckungen werden vorzugsweise in den Längen 300, 400, 450 und 600 mm ausgeführt.

Kürzere Schindellängen kommen nur im Wandbereich und bei kleineren Dachflächen zur Anwendung.

Größere Schindellängen (600-800 mm) werden meist als Legschindel-Dacheindeckungen verwendet .