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Holzschindel-Technik

Die Funktion von Holzschindeln: Haltbarkeit und Schutz

Holzschindeln sind seit Jahrhunderten ein bewährter Baustoff für Dächer und Fassaden. Ihre außergewöhnliche Langlebigkeit, selbst unter härtesten Wetterbedingungen, beruht auf einer genialen konstruktiven Physik und den hygroskopischen Eigenschaften des Holzes.

I. Die Grundvoraussetzung: Schnelle Austrocknung

Holz ist ein organisches Material, das Feuchtigkeit aufnimmt und bei Trockenheit wieder abgibt (hygroskopisches Verhalten).

Der Holzfachmann weiß: Liegen Holzbauteile dauerhaft satt aufeinander und beträgt die Feuchtigkeit mehr als 20%, entsteht innerhalb kürzester Zeit ein idealer Nährboden für Pilze, Fäulnis und Insektenbefall.

Die lange Lebensdauer von Holzschindeln basiert auf zwei Faktoren:

A. Konstruktive Belüftung

  • Historische Spaltung: Früher wurden Schindeln fast ausschließlich gespalten. Die fertigungsbedingten Unebenheiten und die dadurch entstehenden winzigen Spalten zwischen den Schindelpaketen sorgten automatisch für eine konstante Zwischenbelüftung und rasche Austrocknung der Lagen.
  • Moderne Unterkonstruktion: Heute wird die schnelle Trocknung durch die richtige Unterkonstruktion (Lattung oder Sparschalung) gewährleistet, die eine Hinterlüftung der gesamten Fläche ermöglicht.

B. Schutz der Holzstruktur

Um die holzzerstörende Wirkung der UV-Strahlung im Außenbereich zu mindern, kann das Holz zusätzlich behandelt werden:

Im Dachbereich: Durch eine Kesseldruckimprägnierung

Im Wandbereich: Lasuren oder deckende Farben können die Oberfläche im Fassadenbereich schützen und die Lebensdauer verlängern.

II. Der "Tannenzapfen-Effekt": Natürliche Selbstregulierung

Unabhängig davon, ob eine Schindel gespalten oder gesägt wurde, sorgt ihre ideale Anpassungsfähigkeit an das Wetter für ihre enorme Haltbarkeit. Dieses Prinzip wird oft als der "Tannenzapfen-Effekt" bezeichnet.

So funktioniert der Effekt:

Bei Trockenwetter (Austrocknung): Nach einem langen Regen beginnt die Sonne, die obere, sichtbare Seite der Schindel zu erwärmen. Diese Oberseite schwindet schneller in der Breite. Die noch nasse Unterseite bleibt gequollen.

Folge: Die Schindel schüsselt sich konkav (nach außen gewölbt) und hebt sich im unteren Bereich leicht vom Untergrund ab – ähnlich wie sich eine Tannenzapfenschuppe bei Trockenheit öffnet.

Wirkung: Durch diese leichte Anhebung kann die nasse Rück- oder Unterseite ideal belüftet werden und schnell austrocknen.

Bei Regenwetter (Schutz): Bei Regen nehmen beide Seiten Wasser auf. Die Schindeln dehnen sich aus und legen sich durch die Quellung wieder dicht an den Untergrund an, um die darunter liegenden Lagen effektiv zu schützen.

III. Korrekte Befestigung gegen Rissbildung

Damit dieser essenzielle Quell- und Schwindprozess ungehindert ablaufen kann, ist die richtige Befestigung notwendig:

Regel: Jede Schindel (ab 60 mm Breite) sollte nur mit zwei Stiften befestigt werden. (Bei Täferschuppenschindeln bis 6 cm Breite immer nur ein Stift)

Position: Die Befestigung erfolgt im oberen Schindelteil (etwa 60% von der Fußlinie gemessen), damit dieser Bereich durch die überlappende Schindel geschützt und fixiert wird.

Vorteil: Der längere, der Witterung ausgesetzte untere Teil der Schindel kann sich ungehindert frei bewegen. Dies verhindert Spannungen und unterbindet die Hauptursache für Riss-Bildung oder das Ausbrechen des Nagelloches durch das ständige Arbeiten des Holzes.

Anwendungstechnik bei Holzschindeln

Holzschindeln sind ein traditionelles und zugleich modernes Material für Dach- und Fassadenbekleidungen. Ihre natürliche Optik, Langlebigkeit und ökologische Nachhaltigkeit machen sie zu einer beliebten Wahl im Bauwesen. Damit Holzschindeln ihre volle Wirkung entfalten und über Jahrzehnte zuverlässig schützen, ist eine fachgerechte Verlegung und Behandlung entscheidend.

Verlegung von Holzschindeln

  • Unterkonstruktion: Eine stabile und gut belüftete Unterkonstruktion ist die Basis für eine langlebige Schindeldeckung.
  • Reihenabstand: Der sichtbare Reihenabstand bestimmt die Optik und den Materialbedarf. Je nach gewünschter Deckung wird ein Abstand von 6–12 cm empfohlen.
  • Befestigung: Holzschindeln werden mit korrosionsbeständigen Nägeln oder Klammern befestigt. Wichtig ist, dass die Befestigungsmittel nicht durch die Schindeln hindurch sichtbar sind.
  • Anpassung: An Dachkanten, Ortgängen und Traufen sind besondere Zuschnitte und Anpassungen erforderlich.

Behandlung von Holzschindeln

  • Holzarten: Besonders geeignet sind Lärche, Zeder und Eiche. Sie zeichnen sich durch natürliche Widerstandskraft gegen Witterungseinflüsse aus.
  • Oberflächenbehandlung: Eine Behandlung mit offenporigen Lasuren oder Ölen kann die Lebensdauer verlängern und die Farbgebung beeinflussen.
  • Schutz vor Feuchtigkeit: Holzschindeln sollten konstruktiv so verlegt werden, dass Staunässe vermieden wird. Eine gute Hinterlüftung ist entscheidend.
  • Pflege: Regelmäßige Sichtkontrollen und gegebenenfalls Nachbehandlungen mit Holzschutzmitteln tragen zur Werterhaltung bei.

Fazit

Die richtige Anwendungstechnik bei Holzschindeln verbindet traditionelles Handwerk mit moderner Baupraxis. Fachgerechte Verlegung und sorgfältige Behandlung sind die Grundlage für eine langlebige, ästhetische und funktionale Schindeldeckung.